Schachgesellschaft Glückstadt von 1920 e. V.

Chronik Teil 4

Teil 4: The Wild Sixties (1963 bis 1969)

Zum 01.01.1963 gab es bei der SG Glückstadt nur noch 12 Mitglieder. Trotzdem wurde der Vorstand um Herrn Eberlin auf der Jahreshauptversammlung vom 22. Februar 1963 wiedergewählt. Auch im Mannschaftsspielbetrieb im Februar und März 1963 taten sich die Elbstädter sehr schwer, so gab es drei derbe Niederlagen gegen die Teams Itzehoe I (1:7), Uetersen I (1:7) und Kollmar (1½:6½) bei nur einem Unentschieden gegen Gruner. Wenn man diese Ergebnisse berücksichtigt, überrascht es umso mehr, dass die SG Glückstadt am Karfreitag 1963 einen Freundschaftskampf in Brunsbüttelkoog gegen den dortigen Schachverein mit 7½:6½ gewinnen konnte. Nur einen Monat später, am 23. Mai 1963 kam es dann zum traditionellen Kreisvergleich, der diesmal in St. Michaelisdonn ausgetragen wurde. Nach Jahren der Enthaltsamkeit gewannen diesmal wieder die Dithmarscher mit 13½:10½. Für den Kreis Steinburg spielten sechs Glückstädter mit durchschnittlichen Ergebnissen mit. Johannes Eberlin schaffte an Brett 5 ein Remis gegen den Meldorfer Kiehl.

Auch zum Ende des Jahres gab es ebenfalls noch Teamkämpfe mit Glückstädter Beteiligung: Am 20. November 1963 (Bußtag) besiegte eine Neumünster-Auswahl die SG Glückstadt in Glückstadt mit 7:5, während die Brunsbütteler den Freundschafts-Rückkampf (ebenfalls in Glückstadt) diesmal deutlich mit 10:6 für sich entscheiden konnten. Diese Freundschaftsspiele mit dem SK Brunsbüttelkoog haben zu diesem Zeitpunkt schon eine lange Tradition und finden bereits seit 35 Jahren statt!

Im vereinsinternen Spielbetrieb bestimmte Johannes Eberlin das Geschehen, er wurde 1963 sowohl Vereins- als auch Blitzmeister. In der Vereinsmeisterschaft benötigte er allerdings einen Stichkampf gegen Alfons Matys, den Eberlin dann aber mit 2:1 für sich entscheiden konnte. Seine ärgsten Verfolger im Blitzduell waren dagegen die Herren Poschmann und Reimers. Den Vereinspokal 1963 konnte der spielstarke Vorsitzende dann allerdings nicht mehr gewinnen. Dieses Turnier wurde im Endspiel von Herrn Früchtenicht (1½:½ gegen Herrn Kiekbusch) gewonnen.

1964 war schon etwas erfreulicher für die SG Glückstadt, da mittlerweile 17 Spieler dem Verein angehörten. Dementsprechend unproblematisch wurde auf der diesjährigen Jahreshauptversammlung auch der alte Vorstand wiedergewählt. Der Spielabend wurde (in der Hoffnung auf größere Beteiligung) auf den Donnerstag verlegt. Der vereinsinterne Spielbetrieb zeichnete sich wie schon im Vorjahr sehr ähnlich ab: Johannes Eberlin konnte erneut den Titel des Vereinsmeisters erringen. Mit einem halben bzw. ganzen Zähler Vorsprung vor den Herren Kiekbusch und Poschmann ging er erneut erfolgreich durchs Ziel. Wie stark mittlerweile Herr Kiekbusch war, konnte man dem Vereinspokal 1963 und der Vereinsmeisterschaft 1964 entnehmen. Zudem schaffte er auch wieder den Einzug in das Finale um den Vereinspokal 1964. Allerdings musste er sich auch in diesem Jahr mit der Finalteilnahme begnügen. Pokalsieger 1964 und Nachfolger von Herrn Früchtenicht wurde diesmal Josef Poschmann.

Auch der Mannschaftsbetrieb zeigte sehr viele Ähnlichkeiten zur Vorsaison auf, denn wie bereits im Vorjahr, so gab es auch 1964 bei der diesjährigen Kreismannschaftsmeisterschaft für die Elbstädter nichts zu bestellen. Die SG Glückstadt verlor gegen Itzehoe (3½:4½), gegen Kollmar (3½:4½) und auch gegen Uetersen (2½:5½). Von wichtiger Bedeutung war aber der Beschluss des Schach-Bezirkstages, dass die Mannschaftskämpfe ab 1965 nicht nur auf Kreis-, sondern gleich auf Bezirksebene ausgetragen werden sollten.

Am 25. Februar 1965 wurde auf der Jahreshauptversammlung der alte Vorstand einstimmig wiedergewählt, doch am 17. August 1965 verstarb der langjährige Vorsitzende Jonni Eberlin. Ihm zum Gedenken wurde das Pokalturnier ab sofort „Jonni-Eberlin-Gedächtnisturnier“ genannt.

Den engagierten Schachgesellschaftern Eberlin und Mitternacht ist es überhaupt zu verdanken, dass über frühere Schachzeiten eine derartig lückenlose Dokumentation möglich ist, da beide jahrelange Aufzeichnungen über die SG Glückstadt sammelten und verfassten.

Neuer Vorsitzender der SG Glückstadt wurde Herr Gerhard Göbel. Nach dem Ableben Eberlins wurde der weitere interne Spielbetrieb maßgeblich von Josef Poschmann bestimmt, der deutlich mit 22½ Punkten aus 26 Partien (!) und 3½ Zählern Vorsprung auf Schachfreund Plotz Vereinsmeister der Jahre 1965/66 wurde. Ebenfalls 18 Punkte (wie Plotz) erreichten außerdem Früchtenicht, Matys und Reimers.

Die erstmalig auf Bezirksebene ausgetragenen Ligaspiele verliefen durchwachsen, immerhin aber erfolgreicher als in den Vorjahren. Es gab einen 5:3-Erfolg gegen den Heider SV sowie ein 4:4 gegen den SK Kollmar. Die Partien gegen die SG Meldorf (3½:4½), den Uetersener 5K (1½:6½), den SK Brunsbüttel (2:6) und den Itzehoer SV (3:5) wurden leider allesamt verloren.

Aus Anlas zur Feier „700 Jahre Meldorf“ wurde zudem erneut ein traditioneller Kreisvergleich zwischen Dithmarschen und Steinburg veranstaltet, den die Steinburger unter Beteiligung von sieben  Glückstädtern mit 15:10 für sich entscheiden konnten.

Die Vereinsmeisterschaft 1967/68 wurde von Helmut Appel bestimmt. Im kaum trennbaren Verfolgerfeld befanden sich Heinrich Reimers, Gerhard Göbel und Josef Poschmann.

Im Jahr 1968 wurde auch eine Simultanveranstaltung mit GM Parma in Glückstadt organisiert. Hier konnte der Glückstädter Harri Tiegs ein Remis erreichen. Ehrungen schachlicher Art gab es in diesem Jahr auch für Alfons Matys, dem für 40jährige Mitgliedschaft (1. November) eine große Ehrenurkunde vom Vorstand der Schachgesellschaft verliehen wurde.

In den Bezirksmannschaftskämpfen der Saison 1967/68 erreichte die SG Glückstadt mit ausgeglichenem Punkteverhältnis (7:7 Mannschaftspunkte) Platz 3 hinter dem verlustpunktfreien Meister SK Uetersen und Vizemeister Itzehoer SV I, die ihrerseits nur gegen Uetersen verloren und sonst alle anderen Spiele gewannen. Hinter Glückstadt platzierten sich die Teams Heider SV I (7:7), SK Kollmar (6: 8), SK Brunsbüttel (5:9), SG Meldorf (4:10) und als Schlusslicht Itzehoer SV II (1:13).

Das Jahr 1969 brachte Veränderungen im Vorstand, da Herr Karl Michel neuer Vorsitzender wurde. Er löste damit den bisherigen Vorsitzenden Gerhard Göbel ab. Als 2. Vorsitzender wurde Herr Reimers gewählt. Zudem wurden die Schachfreunde Heinrich Reimers und Herbert Richard für 15 Jahre Vereinszugehörigkeit geehrt.

Auch 1969 waren die Schachgesellschaftler sehr aktiv, so fand nach nur einem Jahr erneut eine Simultanveranstaltung im Kreis Steinburg, diesmal in Itzehoe große Begeisterung. Diesmal war es der tschechische GM Kavalek, der von zahlreichen Schachspielern herausgefordert wurde. Dem jungen Glückstädter Detlef Friedrichsen gelang dabei ein Remis gegen den Großmeister!

Bei den Jugendlandesmeisterschaften schaffte Manfred Kröncke mit fünf  Punkten aus neun Partien den zehnten Platz unter 22 Teilnehmern. Sieger dieser Jugendlandesmeisterschatten 1969 wurde der Preetzer Kornrumpf mit siebeneinhalb Punkten.

Das Endspiel um die Kreis-Einzelmeisterschaft sah mit den Schachfreunden Nissen und Poschmann ein reines Glückstädter Finale. Überhaupt konnte sich Karl Nissen 1969 sehr gut in Szene setzen, gewann er doch auch das interne Vereins-Pokalturnier („Jonni-Eberlin-Gedächtnisturnier“) und wurde zudem in der Vereinsmeisterschaft Vierter. Vereinsmeister von 1969 wurde Heinrich Reimers. Punktgleich mit Herrn Reimers war Rolf Timm, doch dieser verzichtete auf einen Stichkampf mit Heinrich Reimers. Platz 3 ging an den Jugendlichen Manfred Kröncke.

Wie die Glückstädter das Jubiläum „50 Jahre SG Glückstadt“ feierten, wie das Team SG Glückstadt I den Aufstieg in die neu gegründete Verbandsliga Süd schaffte und was sonst noch alles in den glamourösen 70er Jahren passierte, kann im Chronik-Teil 5 - „Von der Bezirksliga in den Schachhimmel und zurück” nachgelesen werden.

Zu guter Letzt folgt noch die gewohnte abrundende Statistik:

Vereinsvorsitzende der SG Glückstadt
1963-1965 Johannes Eberlin
1965-1969 Gerhard Göbel
1969 Karl Michel

Vereinsmeister der SG Glückstadt
1963 Johannes Eberlin
1964 Johannes Eberlin
1965-66 Josef Poschmann
1967-68 Helmut Appel
1969 Heinrich Reimers

Erfolge auf Mannschaftsebene
Fehlanzeige