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Teil 7: Auf Jahre Steinburgs Nr. 1 (1988 bis 1995)
Das Jahr 1988 wurde für die Elbstädter ebenso erfolgreich wie das vorherige Jahr. So schafften die beiden Glückstädter Teams gute Plätze in ihren jeweiligen Landesliga-Staffeln. Das Erwachsenen-Team der SG Glückstadt startete mit einem 4½-3½-Erfolg über Bargteheide, während sich die Glückstädter Jugend in ihrem ersten Jugend-Landesligaspiel mit 2½:1½ gegen Dassendorf durchsetzte.
Außerdem siegte das Team SG Glückstadt I in der Besetzung Kröncke, Siewert, Baczinski und Scheller mit 12:2 Mannschaftspunkten beim Husum-Cup 1988. Die zweite Mannschaft (Kock, F. Harnau, Jessen, S. Harnau) wurde Sechster.
Auch auf Einzelebene gab es schöne Erfolge. Herausragend hierbei war sicherlich das Abschneiden von Thies Heinemann, der 1987 Einzelblitzlandesmeister und 1988 A-Jugend-Landesmeister, Glückstädter Vereins- und Vereinsblitzmeister sowie Jonni-Eberlin-Pokalsieger wurde! Zudem belegte Heinemann bei der Deutschen A-Jugendmeisterschaft den zweiten Platz!
Aber auch andere Glückstädter erreichten gute Ergebnisse. So wurde Hilke Jessen Vizelandesmeisterin 1988 und Claus-Dieter Scheller erreichte einen Mittelfeldplatz in der Vormeisterklasse. Außerdem wurde er noch Vizevereinsblitzmeister vor dem Drittplatzierten Dr. Nägler.
Da Thies Heinemann im internen Vereinsspielbetrieb alles dominierte, war es nur eine Frage, wer seinem „Schatten“ noch folgen konnte. Bei der Vereinsmeisterschaft 1988 spiele auch Hans-Joachim Siewert trotz eines Rückstandes von drei Punkten ein gutes Turnier und wurde mit neuneinhalb Punkten aus 14 Partien Vizemeister. Die B-Gruppe gewann Rüdiger Krass mit 7 aus 8.
Auch beim Betriebssportfest zeigte sich die erste Glückstädter Mannschaft glänzend aufgelegt und beendete das Turnier mit 18:0 Mannschaftspunkten als Turniersieger vor dem Zweitplatzierten Deutscher Ring (16:2 Mannschaftspunkte). Für die Glückstädter schafften die Spieler Heinemann und Scheller jeweils unübertreffbare 12 aus 12! Ein Jahr später - 1989 - sah das Betriebssportfest den genau umgekehrten Einlauf beider Teams.
Glückstadt war im März 1989 auch Austragungsort für die Damen-Blitz-Einzelmeisterschaft von Schleswig-Holstein. Hier siegte Hilke Jessen mit 7½ aus 10 vor der für den SK Kollmar spielenden Christine Reimers (6½ aus 10). Vierte wurde die Glückstädterin Kerstin Wulff.
Überhaupt zeigte sich Anfang 1989 große Aktivität innerhalb der SG Glückstadt, die mittlerweile über 50 Mitglieder zählte.
1989 erreichte die SG Glückstadt den vierten Platz bei der Landesblitzmannschaftsmeisterschaft in Schwabstedt. Damit qualifizierte sich das Team für die Norddeutsche Mannschaftsblitzmeisterschaft. Für die erste Mannschaft spielten dabei Stark, O. Hansen, Scheller, Kraas und Siewert. Für die zweite Mannschaft, die bei dieser Veranstaltung im Mittelfeld landete, traten Kock, Baczinski, Jessen und S. Harnau an.
Eine weitere Sensation gab es zudem, als die zweite Mannschaft der Schachgesellschaft im Landespokal die Kieler SG ausschaltete. Die Spieler Kock und Scheller siegten an den Spitzenbrettern, was bei Niederlagen von O. Hansen und Kraas ein 2:2 und Weiterkommen nach Berliner Wertung bedeutete.
Auch auf Einzelebene gab es beachtliche Ergebnisse der Elbstädter. So wurde der erstmals ausgetragene Matjes-Pokal 1989 von Hans-Joachim Siewert dank der besseren Wertung vor dem Zweitplatzierten Claus-Dieter Scheller (beide 6 aus 7) gewonnen. Siewert gewann den direkten Vergleich nach nur 19 Zügen.
Bei der Vereinsmeisterschaft 1989/90 siegte Stefan Kock mit 10½ Punkten aus 12 Partien vor Onno Hansen, der einen Punkt Rückstand aufwies. Dritter wurde Stephan Harnau (6½ aus 12) vor Claus-Dieter Scheller (6 aus 12). Für den erst 18jährigen Kock bedeutete dies den ersten Vereinsmeistertitel. Die letzte Partie, die ihm den Vereinsmeistertitel sicherte, lief wie folgt:
Jessen - Kock 1.e4 c5 2. Sf3 Sc6 3.c4 e6 4.d4 cxd4 5.Sxd4 Lb4+ 6.Sc3 Sf6 7.Lg5 Da5 8.Lxf6 Lxc3+ 9.bxc3 Dxc3+ 10.Ke2 gxf6 11.Sb5 De5 12.f3 a6 13.Sd6+ Ke7 14.Sxc8 Taxc8 15.Tb1 b5 16.cxb5 Sd4+ 17.Kf2 Tc2+ 18.Kg1 Sxf3+ 0:1
Vereinsblitzmeister 1989 wurde Thies Heinemann vor Stephan Harnau. Auch das Jonny-Eberlin-Turnier wurde von Heinemann gewonnen. Bei der Landeseinzelmeisterschaft der Herren in Schwabstedt 1989 erreichte Thies Heinemann Platz 4 in der Meisterklasse. Hilke Jessen und Kerstin Wulff belegten die Plätze 2 und 3 bei der Schleswig-Holsteinischen Landesmeisterschaft der Damen, was durchaus die beachtliche Stellung der Glückstädter Damen auf Landesebene aufzeigte.
Auf der Ebene der Mannschaftskämpfe lief es ebenfalls zufriedenstellend. Nachdem sich die Glückstädter als Aufsteiger bereits in der Saison 1987/88 hervorragend in der Landesliga Schleswig-Holstein behaupten konnten, wurde mit Platz 7 1988/89 ebenfalls der Klassenerhalt gesichert. 1989/90 wurde dann sogar die Vizemeisterschaft hinter dem Team Lübecker SV III erreicht. Erfolgreichste Scorer der Elbstädter waren Claus-Dieter Scheller (6 aus 8) und „Mr. 100 %“, Helmut Appel (3 aus 3).
Für die zweite Mannschaft verliefen die Spielzeiten 1988/89 und 1989/90 ebenfalls erfolgreich. Platz 3 und ein Jahr danach der Meistertitel der Bezirksliga West und der damit verbundenen Aufstieg in die Verbandsliga Mitte waren der Lohn der guten Ergebnisse. Herausragende Spieler des Meisters waren Krull, F. Harnau, Appel, Rutkowski und Tiegs. Damit endete die erfolgreichste Saison (1989/90) der Schachgesellschaft Glückstadt in der bis dato zurückliegenden 70jährigen Vereinsgeschichte! In dieser Zeit gab es auch einen Wechsel im Vorstand. Erster Vorsitzender war nun Hans-Joachim Siewert.
Blitzvereinsmeister 1990 wurde Claus-Dieter Scheller (14½ aus 18) vor Baczinski (14 aus 18). Die Monatsblitz-Jahreswertung 1989/90 wurde indessen überraschend mit deutlichem Vorsprung von Rüdiger Krass gewonnen.
In der Saison 1990/91 belegte die erste Mannschaft mit 12:6 Mannschaftspunkten eine guten dritten Platz in der Landesliga, während sich auch die zweite Mannschaft mit 5:13 Mannschaftspunkten und Platz 8 bemerkenswert in der Verbandsliga Mitte hielt. Trotzdem musste mit dem SC Wrist-Kellinghusen und dem TSV Surendorf der gemeinsamen Abstieg angetreten werden. Den größten Erfolg aber erzielte Hilke Jessen mit ihrem Landesmeistertitel von 1991.
In der Spielzeit 1991/92 konnte das Team SG Glückstadt I mit 8:10 Mannschaftspunkten und Platz 6 den Klassenerhalt in Schleswig-Holsteins höchster Spielklasse sichern. Die zweite Mannschaft spielte ebenfalls eine gute Saison und erreichte punktgleich mit dem Meister SK Brunsbüttel den zweiten Tabellenplatz (16:2 Mannschaftspunkte).
Erfolgreich waren auch die Glückstädter Damen, bei deren Landesmeisterschaft Kerstin Wulff den dritten Platz und Hilke Jessen punktgleich den vierten Platz erreichten.
Überragender Glückstädter der Spielzeit 1992 wurde aber der Jugendliche Robert Vollertsen. Er setzte sich in seiner A-Jugend-Vormeisterklasse mit 6½ aus 9 und Platz 1 durch und qualifizierte sich damit für die A-Jugend-Meisterklasse 1993. Zudem wurde er bei starker Konkurrenz Vereinsmeister 1991/92. Vollertsen erreichte 6½ aus 8 und ließ dabei Stefan Kock, Claus-Dieter Scheller, Hauke Maag und andere hinter sich!
Auf organisatorischer Ebene waren die Steinburger ebenfalls sehr fleißig und veranstalteten im Sommer 1992 erstmals die Offene Glückstädter Stadtmeisterschaft im Schnellschach. Erster Sieger wurde der Hamburger Gerd Putzbach (8 aus 9) vor Hans-Werner Stark, der siebeneinhalb Punkte erzielte. Platz 3 ging an den Favoriten Jörg Blauert (Lübecker SV), der punktgleich mit Stark das Turnier beendete. Als erfolgreichste Dame des Turniers wurde Hilke Jessen ausgezeichnet, bester Jugendlicher wurde der Elmshorner Victor Busch, der bald darauf in die Glückstädter Schachgesellschaft eintrat. Der Preis des erfolgreichsten Vereinslosen ging an Martin Farwig aus Hamburg.
Leider gab es 1992 aber nicht nur erfreuliche Mitteilungen. Am 28. Juli 1992 verstarb das langjährige Mitglied Herbert Wünschenmeyer.
Im Jahr 1992 kam es dann auch wieder zu einer schachlichen Veranstaltung, die zu Wünschenmeyers aktiver Zeit in aller Regelmäßigkeit auf dem Programm stand: Vergleichskämpfe gegen andere Vereine. So fand am 16. Oktober 1992 ein Vergleichskampf zwischen der SG Glückstadt und dem Elmshorner SC statt, der etwas überraschend mit 10:7 von den Steinburgern gewonnen wurde. Vergleiche mit Elmshorn gab es in der Vergangenheit kaum, da der Verein dem Hamburger Schachverband angehörte. Doch das sollte sich bald ändern, denn der Elmshorner SC beschloss den Übertritt zum Landesschachverband Schleswig-Holstein. Einen maßgeblichen Anteil hieran dürfte der Elmshorner Schachfunktionär Heiko Spaan gehabt haben, zumal die Elmshorner Schachjugend bereits in Schleswig-Holstein und nicht in Hamburg spielte.
1993 lief für die Schachgesellschaft nicht so erfolgreich wie noch in den Spielzeiten zuvor. Zwar schaffte das Team SG Glückstadt I erneut den Klassenerhalt in der Landesliga, doch wurde ein Stichkampferfolg gegen die Mannschaft Lübecker SV III benötigt. Die tragenden Spieler in dieser Saison waren Stark (5½ aus 8), Siewert (4½ aus 9), Maag (4½ aus 8), Nägler (2 aus 4), Scheller (5½ aus 9) und Kraas (3 aus 4).
Das Team SG Glückstadt II, das in der Saison 1992/93 in der Verbandsliga Mitte antreten durfte, weil der vorjährige Meister SK Brunsbüttel auf den Aufstieg verzichtet hatte, stieg chancenlos als Tabellenletzter ab. Es zeigte sich, dass die Spielerdecke für die Verbandsliga doch ein wenig zu dünn war.
Auch die Jugendmannschaft, konnte nicht an die erfolgreiche Vergangenheit erinnern.
Die dritte Mannschaft der Schachgesellschaft schaffte immerhin in der Bezirksklasse mit 17:7 Mannschaftspunkten einen zweiten Platz und damit eine erfreuliche Platzierung.
Im Einzelturnierbetrieb sicherte sich 1993/94 Hauke Maag die Vereinsmeisterschaft, da er ein Stechen mit dem zuvor punktgleichen Claus-Dieter Scheller 3:0 gewann. Beide erreichten in der regulären Vereinsmeisterschaftsrunde sechseinhalb Punkte aus acht Partien. Das Interessante war, dass beide Spieler ihre Partie gegen Vorjahresmeister Robert Vollertsen verloren! Vollertsen allerdings konnte seinen Titelgewinn des Vorjahres nicht verteidigen, da er gegen andere Spieler strauchelte und es nur auf fünfeinhalb Punkte und Platz 4 brachte. Platz 3 ging an Stefan Kock, der sechs Punkte erreichte.
Bei der 2. Offenen Glückstädter Stadtmeisterschaft siegte Thies Heinemann mit siebeneinhalb aus neun Partien vor dem punktgleichen Vorjahressieger Gerd Putzbach. Dritter wurde der Kieler Ferdinand Voelzke, der es auf sechseinhalb Punkte brachte. Bester Jugendlicher wurde erneut Victor Busch und beste Dame wie im Jahr zuvor Hilke Jessen. Der Preis des besten Vereinslosen ging diesmal an den starken Mongolen Altan-Och.
Am 27. April 1994 kommt es zu einem wichtigen Ereignis für die Schachgesellschaft Glückstadt, die an diesem Tag in das Vereinsregister des Amtsgerichtes Itzehoe eingetragen wurde. Damit veränderte sich vor allem der haftungsrechtliche Status der Schachgesellschaft.
Im Mannschaftsbetrieb lief es 1993/94 wieder erfreulicher. Das Team SG Glückstadt I sicherte sich mit 9:9 Mannschaftspunkten und Platz 5 den Klassenerhalt. Dies alles war umso erstaunlicher, da die Mannschaft den schmerzlichen Verlust von Onno Hansen, der an einer schweren Krankheit im alter von nur 29 Jahren verstarb, zu verkraften hatte. Dies war ein sehr trauriges Ereignis und doch ist das Leben so, dass es weiterläuft.
So bleibt noch zu erwähnen, dass Gerd Putzbach die 3. Offene Glückstädter Stadtmeisterschaft vor dem punktgleichen Thies Heinemann (beide 8 aus 9) gewann. Bester Glückstädter wurde Robert Vollertsen (Platz 12, 5½ Punkte), der so erneut auf sich aufmerksam machte.
1995 war ein großes Jahr für die Schachgesellschaft Glückstadt, denn sie feierte ihr 75jähriges Jubiläum mit einem Empfang im Rahmen der 4. Offenen Glückstädter Stadtmeisterschaft. Der Sieger dieses Turniers wurde der Hamburger Jugendliche Carl-Christian Buhr, der siebeneinhalb aus neun Partien erreichte. Im Verfolgerfeld fanden sich Spieler wie Kunsztowicz, Dankert und Heinemann wieder. Bester Spieler der Schachgesellschaft wurde Claus-Dieter Scheller mit sechs Punkten.
Außerdem durfte die Schachgesellschaft die Landesschnellschachmeisterschaft von Schleswig-Holstein zu ihrem Jubiläum ausrichten. Landesmeister wurde der Heider Manfred Carl, der neun Punkte aus elf Partien erreichte. Bester Glückstädter wurde mit sieben Punkten Stefan Kock, der das Turnier genauso furios startete wie Jugendspieler Victor Busch. Busch gewann den Preis für die beste Leistung eines Spielers mit einer DWZ unter 1.700, während der Neu-Glückstädter Timo Ahrens den Preis für den DWZ-Bereich bis 2.000 gewann.
Auch im Mannschaftsbetrieb lief es wieder erfreulicher. So gab es nach langer Enthaltsamkeit einmal wieder eine Glückstädter Jugendmannschaft, die auch gleich die Jugendbezirksklasse als Meister gewann. Zu diesem Team gehörten Victor Busch, Wolfgang Janus, Alexander Lavinius Ungur und Marco Schacht, die allesamt hervorragende Ergebnisse erzielten.
Das Landesliga-Team konnte in der Saison 1994/95 nochmals den Klassenerhalt denkbar knapp erreichen, doch schon eine Saison später sollte es die Steinburger erwischen.
Wie es weiterging, kann in der nächsten Folge „Auf dem Weg in ein neues Jahrtausend“ nachgelesen werden.
Die gewohnte Statistik zum Schluss:
Vereinsmeister der SG Glückstadt 1988 Thies Heinemann 1989-90 Stefan Kock 1991-92 Robert Vollertsen 1993-94 Hauke Maag
Vereinsvorsitzende 1988-89 Hilke Jessen 1989-91 Hans-Joachim Siewert 1991-95 Hilke Jessen
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