Schachgesellschaft Glückstadt von 1920 e. V.

Chronik Teil 8

Teil 8: „Auf dem Weg in ein neues Jahrtausend“ (1996 bis 2000)

Leider konnte die Saison 1995/96 nicht so erfolgreich gestaltet werden wie die Jahre zuvor, denn das Team SG Glückstadt I stieg nach neun(!) Jahren Landesligazugehörigkeit ab. Platz 9 mit 6:12 Mannschaftspunkten waren einfach zu wenig, um den Klassenerhalt sicherstellen zu können. Zum Abstiegsteam gehörten die Schach­freunde Hauke Maag, Stefan Kock, Claus-Dieter Scheller, Erich Pust, Martin Heitmann, Frank Harnau, Timo Ahrens, Robert Vollertsen, Torsten Schipmann und Bernd Mages. Einzig Vollertsen (3½ aus 6) und Mages (3 aus 5) schafften ein Einzelergebnis mit über 50 % Ausbeute. Damit stand der schwere Gang in die Verbandsliga Mitte an.

Besser erging es in der Saison 1995/96 SG Glückstadt II. Das Team um Hilke Jessen wurde mit 15:3 Mannschaftspunkten Vizemeister der Bezirksliga Westküste. Es gab nur eine denkbar knappe Niederlage gegen Meister Heider SV II (3½:4½) sowie ein 4:4 gegen das Team SF Pinneberg II. Der Rest der Liga konnte besiegt werden, u. a. auch der Uetersener SK (4½:3½).

Da sowohl Heide II als auch Glückstadt II auf einen Aufstieg in die Verbandsliga Mitte verzichteten, konnte der Drittplatzierte Uetersener SK aufsteigen. Und dies zum Leidwesen der Glückstädter, denn dieses Team sollte noch so manches Mal die erste Garnitur der Steinburger ärgern.

Auch organisatorisch gab es eine Veränderung. Neuer 1. Vorsitzender der SG Glückstadt wurde Claus-Dieter Scheller. Er trat die Nachfolge von Hilke Jessen an. Zweite Vorsitzende blieb Hannelore Janus.

Die Vereinsmeisterschaft 1995/96 verlief sehr schleppend. Es wurde in zwei Gruppen mit den folgenden Ausgängen gespielt: Vereinsmeister 1995/96 wurde Claus-Dieter Scheller (9 aus 12) vor Hauke Maag (8½ aus 12). Platz 3 ging an Hilke Jessen (6 aus 12). Die B-Gruppe konnte mit 4½ aus 6 von Wolfgang Janus gewonnen werden. Knapp dahinter platzierte sich seine Mutter Hannelore mit 4 aus 6.

Die Glückstädter Stadtmeisterschaft 1996 konnte von Sergej Salov (Lübecker SV) mit 8 aus 9 vor Gerd Putzbach (TSV Niendorf, 7½ Punkte) und Matthias Bach (Hamburger SK, 7 Punkte) gewonnen werden. Beste Dame wurde Katharina Rieper vom Stader SV (4 Punkte), bester Jugendlicher der  Vorjahressieger Carl-Christian Buhr vom SC Königsspringer Hamburg. Diesmal reichte es zu sechseinhalb Punkten und Platz 5. Bester Glückstädter wurde mit sechs Punkten und Platz 11 Hauke Maag. Ihm folgte, nur knapp dahinter auf Platz 15 Stefan Kock. Für Kock ergab die Endabrechnung fünfeinhalb Punkte und eine der besten Buchholzwertungen des Turniers, was ein Beleg dafür ist, dass er während des gesamten Turniers im Spitzenfeld mitspielen konnte. Bester Vereinsloser wurde Dieter Koesling (4 Punkte) aus Detmold.

 Auch in der Saison 1996/97 gab es regen Spielbetrieb bei der Schachgesellschaft. Wiedererstarkt erreichte das Team SG Glückstadt I mit 16:2 Mannschaftspunkten die Vizemeisterschaft der Verbandsliga Mitte. Erfolgreicher war nur noch Agon Neumünster, die mit 17:1 Mannschaftspunkten durch das Ziel gingen. Spektakuläres gab es auf Bezirksebene zu melden: während das Team Pinneberg I als Verbandsligaletzter definitiv abgestiegen war, rettete die Bezirksliga-Reserve (Pinneberg II) mit ihrer Meisterschaft den Verbandsligaspielern doch noch den Klassenerhalt!

 Glückstadt II erreichte in der Bezirksliga Westküste einen guten Mittelfeldplatz. Für das Glückstädter Jugendteam reichte es mit 8:4) Mannschaftspunkten zur Vizemeisterschaft in der Jugendbezirksliga West. Meister wurde SC Elmshorn I mit 11:1 Mannschaftspunkten.

Die Monatsblitzturniere zeichneten sich vor allem durch ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Hauke Maag und Claus-Dieter Scheller aus.

Die Glückstädter Stadtmeisterschaft 1997 wurde ganz überlegen und mit eineinhalb Punkten Vorsprung(!) von Thies Heinemann gewonnen. Er erreichte souveräne 8½ aus 9 und gab das Zepter zu keiner Phase des Turniers aus der Hand. Zweiter wurde der ehemalige Deutsche Meister Uwe Kunsztowicz (Favorite Hammonia, 7 Punkte). Platz 3 ging an den Eimsbütteler Uwe Bokelbrink (6½ Punkte). Bester Glückstädter auf Rang 7 wurde Bernd Mages. Er erreichte ebenfalls sechseinhalb Punkte und konnte sich so noch knapp vor Hauke Maag platzieren, der mit sechs Punkten auf dem achten Platz einlief. Nur knapp dahinter lag Stefan Kock (6 Punkte, 11. Platz). Der beste Jugendliche kam ebenfalls von der SG Glückstadt. Diesen Preis und Pokal gewann Wolfgang Janus, dem dazu viereinhalb Punkte ausreichten. Bester Vereinsloser wurde Gerhard Kraft mit fünfeinhalb Punkten, die erfolgreichste Dame wurde mit sechs Punkten Britta Schumacher aus Neumünster. Sie konnte u. a. den ehemaligen Hamburger Meister Gerd Putzbach besiegen.

Zur Saison 1997/98 kann die SG Glückstadt mit Hauke Maag (2.075), Erich Pust (2.019) und Claus-Dieter Scheller (2.014) drei Spieler mit Wertungszahlen über 2.000 aufbieten. Dies lies erneut auf eine gute Saison hoffen, doch die Saison 1997/98 begann gleich mit herben Enttäuschungen: 3:5 gegen Flintbek, nur 4:4 gegen Pinneberg.

Auch bei der zweiten und dritten Mannschaft startete der Turnierbetrieb. Während die Zweite durrhwachsen punktete, erreichte die dritte Mannschaft als Viererteam zwei deutliche Siege.

Die SG Glückstadt-Jugendmannschaft startete auch erfolgreich mit zwei deutlichen Siegen in die Jugendbezirksliga.

Der Tiefpunkt der Saison war erreicht, als das Erwachsenenteam SG Glückstadt I mit ½:7½ sang und klanglos gegen Itzehoer SV I verlor. Den einzigen halben Zähler erreichte Hauke Maag am Spitzenbrett mit einem Kurzremis gegen Michael Kordts. Glückstadt II und die Glückstädter Jugend stolperten ebenfalls, nur Glückstadt III zog als Viererteam in der sog. "FunLiga" seine Kreise. Nach dem katastrophalen Saisonstart fing sich die erste Mannschaft aber wieder und gewann Mannschaftskampf auf Mannschaftskampf, so dass es zum Schluss sogar noch zu Platz 3 mit 13:5 Mannschaftspunkten reichte. Verbandsligameister wurde das Team Itzehoer SV I (16:2), das somit nach fast 20-jähriger Abstinenz wieder in die Landesliga zurückkehrte! Vizemeister wurden die Schachfreunde aus Flintbek, die 15:9 Mannschaftspunkte erreichten.

Das Team SG Glückstadt II landete mit 9:9 Mannschaftspunkten auf Platz 6 der Bezirksliga Westküste, während SG Glückstadt III mit 8:0 Mannschaftspunkten verlustpunktfrei Meister der Bezirksklasse B ("Fun-Liga") wurde. Diesem Team gehörten Wolfgang Janus, Joachim Pooch, Heinz Guminski, KarlHeinz Müller und Rolf Timm an.

In der folgenden Saison 1998/99 versuchte sich die dritte Mannschaft dann auch als 8er Team in der Bezirksklasse und erreichte mit 5:7 Mannschaftspunkten einen Mittelfeldplatz.

Das Team SG Glückstadt II erreichte in dieser Saison erneut nur 9:9 Mannschaftspunkte und musste sich erneut mit einem sechsten Platz zufrieden geben.

Glückstadt I landete nach anfänglichem Verfolgerduell mit Aufstiegsmitkonkurrent SC Agon Neumünster nach Einbruch in der zweiten Saisonhälfte nur auf Platz 5 (8:10 Mannschaftspunkte nach 8:2Start!).

Im vereinsinternen Spielbetrieb 1997/98 konnte sich Stefan Kock durchsetzen. Er wurde mit 6 aus 7 Vereinsmeister 1998 vor Wolfgang Janus (5½) und Claus-Dieter Scheller (5½).

Das Schnellschach-Pokalturnier (ehemals JonniEberlinTurnier) konnte 1998 deutlich von Claus-Dieter Scheller gewonnen werden. Er schaffte neun Punkte aus zehn Partien und landete somit mit zweieinhalb Punkten Vorsprung(!) vor seinen Verfolgern Timo Ahrens und Wolfgang Janus (beide 6½ Punkte).

Die Glückstädter Stadtmeisterschaft 1998 wurde erneut von Titelverteidiger Thies Heinemann gewonnen. Und dies wiederum erneut mit 8½ aus 9! Nur in der letzten Runde gab er gegen den Drittplatzierten Roland Freitag (SC Tempo Göttingen) ein Remis ab, ansonsten konnte er alle Gegner besiegen. Zweiter des Turniers wurde Wolfgang Pajeken vom SC Königsspringer. Hamburg mit siebeneinhalb Punkten und einem halben Zähler Vorsprung auf den bereits erwähnten Freitag. Bester Glückstädter wurde Claus-Dieter Scheller, der hervorragende sieben Punkte und Platz 5 erreichte! Beste Dame wurde Ursula Hielscher vom SC Meerbauer Kiel. Sie erreichte fünf Punkte und Platz 34 der Gesamtwertung. Wolfgang Janus konnte erneut den Jugendpokal in Empfang nehmen, diesmal mussten es aber schon fünf Punkte sein. Im Vorjahr reichten noch viereinhalb Zähler. Bester Vereinsloser wurde Sven Mohr aus Elmshorn. Er schaffte vier Punkte und Platz 55.

1999 gab es Silberne Ehrennadeln für 15-jährige SGG-Mitgliedschaft an die Schachfreunde Jens Albers, Knut Hinrichs und Rüdiger Kraas. Leider gab es aber auch eine traurige Nachricht zu vermelden, denn Helmut Appel verstarb am 15.05.1999, einen Monat vor seinem 60. Geburtstag.

Die vereinsinterne Blitzwertung der Monatsblitzturniere wurde deutlich mit über 40(!) Wertungspunkten Vorsprung von Stefan Kock gewonnen, der ebenfalls auch Vereinsblitzmeister 1999 werden konnte. Stefan Kock erreichte 9 aus 10 und remisierte nur gegen Timo Ahrens und Stephan Harnau, während Claus-Dieter Scheller acht Punkte erreichte. Scheller remisierte zwar nicht, verlor aber gegen Wolfgang Janus und vor allem das direkte Duell gegen Stefan Kock. Platz 3 ging an Wolfgang Baczinski, der nur gegen die beiden Erstplatzierten verlor und noch ein Remis gegen Hilke Jessen abgab. Er kam somit auf siebeneinhalb Punkte.

Bei der Landeseinzelmeisterschaft 1999 in Büsum schaffte das Glückstädter Jugendtalent Wolfgang Janus den Aufstieg aus dem Hauptturnier in die Kandidatengruppe, wo er sich ein Jahr später auch erfolgreich mit dem Klassenerhalt behaupten konnte.

Vereinsmeister 1999 wurde Claus-Dieter Scheller mit 5½ aus 7 vor Wolfgang Baczinski und Heinz Guminski, der ein hervorragendes Turnier spielte. Mit einem Erfolg über Wolfgang Janus hätte er selbst noch Vereinsmeister werden können, doch es sollte nicht so kommen...

Beim Betriebssportfest 1999 belegten die Glückstädter Teams die Ränge 2, 5 und 13. Für SG Glückstadt I spielten Kock, Scheller, Baczinski und Pust. Für die zweite Mannschaft spielten Jessen, W. Janus, Ahrens und S. Harnau und für die Dritte Deyke (Gast), Guminski, Penkwitz und H. Janus.

Die Glückstädter Stadtmeisterschaft konnte 1999 vom Glinder Harald Schmidt (8 Punkte) vor Thies Heinemann (7 Punkte), Hans Hermesmann (7 Punkte) und Viktor Polischtschuk (7 Punkte) gewonnen werden. Bester Glückstädter wurde nun nach mehrmaligen Versuchen Stefan Kock. Er schaffte sechs Punkte und Platz 13. Beste Dame wurde Lyubova Kopylova mit Platz 6 und 6½ Punkte. Bester Jugendlicher wurde Jonathan Löffler (4 Punkte, SG Niederelbe). Bester Vereinsloser wurde Gerhard Kraft aus Hamburg (4½ Punkte).

Das Team SG Glückstadt I startete gut in die Saison 1999/2000, doch zum Schluss reichte es nicht, um an Meister SC Meerbauer Kiel II und Vizemeister TSV Preetz II zu rütteln. Trotzdem kann der dritte Platz als guter Erfolg gewertet werden. Erfolgreichste Glückstädter waren Timo Ahrens (4 aus 5), Stefan Kock (6½ aus 9) und Torsten Schipmann (5½ aus 8).

Die zweite Mannschaft der Glückstädter spielte lange Zeit um den Bezirksmeistertitel mit und konnte als einziges Team den Meister SF Pinneberg I (4½:3½) besiegen. Am Ende reichte es zu 12:6 Mannschaftspunkte und Platz 4. Die Mannschaft zeichnete sich i. d. R. durch Geschlossenheit, manchmal allerdings auch durch zu große Friedfertigkeit an einzelnen Brettern aus.

Auch ein Viererteam (SG Glückstadt III) startete wieder in der "Fun-Liga", hier wurde ein zweiter Platz erreicht.

Erstmals ging auch eine Glückstädter Damenmannschaft an den Start. In der Damen-Landesliga Hamburg/Schleswig-Holstein erreichte das Team, bestehend aus Hilke Jessen, Hannalore Janus, Kerstin Hansen und Simone Bücker Platz 7 unter neun Teams.

Nun war es also soweit, der Weg in ein neues Jahrtausend geebnet. Doch leider wurde über Nacht nicht alles anders, keine schöne neue Welt: Nach spannendem Verlauf in der Verbandsliga Mitte reichte es leider nur zur Vizemeisterschaft hinter Preetz II. Verheerend wirkten sich dabei vor allem die Saisonniederlagen gegen Preetz II (3½:4½) und Flintbek (3:5) aus.

Das Team SG Glückstadt II konnte einen guten zweiten Platz erreichen und somit die Leistung aus der Vorsaison noch verbessern und auch das Damenteam (in identischer Besetzung wie im Vorjahr) konnte sich mit 5:9 Mannschaftspunkten und Platz 5 unter acht Teams erneut im Mittelfeld der Damen-Landesliga Hamburg/Schleswig-Holstein platzieren.

Und auch in der Zukunft wird sich noch einiges ereignen, so steht der VM 2000/01 noch aus (Endspiel Kock-Scheller).

Zudem hat der 1. Vorsitzende Claus-Dieter Scheller angekündigt, dass er wohl bald einem Anderen dem Platz des 1. Vorsitzenden zur Verfügung stellen wird. Es steht also noch einiges an und so warten wohl alle, was sich über die Saison 2000/2001 hinaus noch so alles bewegen wird ..

Zum Schluss die Statistik:

Vereinsmeister der SG Glückstadt
1995/96  Claus-Dieter Scheller
1997/98  Stefan Kock
1999   Claus-Dieter Scheller

Vereinsvorsitzende
1995   Hilke Jessen
seit 1996  Claus-Dieter Scheller